Herzlich willkommen

PD Dr. Werner Hofmann, Kongresspräsident

PD Dr. Werner Hofmann, Kongresspräsident

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie zum 22. Deutschen Geriatriekongress in das "Land zwischen den Meeren", unmittelbar nördlich Hamburgs, nach Bad Bramstedt ein. 231 Referenten erwarten Sie.

Das Motto "Leben ist Bewegen!" beinhaltet alle Themen, die Mobilität fördern, Sport- und Bewegungstherapie, robotergestützte Rehabilitation, Möglichkeiten der Orthopädie u. v. a. m.

Die Gerontotechnologie steht ganz im Mittelpunkt. Diese reicht von AALSystemen (Ambient Assisted Living) bis zum Einsatz von Serious Games in der Altersmedizin.

Geriatrie und Allgemeinmedizin fehlen an den Universitäten gleichermaßen. Der Kongress füllt diese Lücke.

Hausärzten bieten wir ein ganztägiges Kern-Curriculum Geriatrie gemeinsam mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Therapeuten und Pflegekräften ein ebenfalls ganztägiges "Curriculum Interdisziplinär", jungen Ärzten und Studenten ein "meet the professor".

Der Kongress umfasst alle geriatrischen Themen. Er knüpft Verbindungen zur Alterstraumatologie, Gastroenterologie, Gerontopsychiatrie, Neurogeriatrie, Pharmakologie…

Besuchen Sie einen Ort, der besonders einlädt zum "Regenerieren, Präsentieren und Kommunizieren"!

Ihr Werner Hofmann

Grußadresse der European Union Geriatric Medicine Society (EUGMS)

Univ. Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz

Die demografische Entwicklung in den westlichen Industrienationen ist eine der großen Errungenschaften des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die zunehmende Überalterung der westlichen Bevölkerungen bedingt, in ihrer komplexen Anforderung an die Gesellschaften, große neue Herausforderungen. Der Fachbereich Geriatrie, als Teil der medizinischen Versorgungsstruktur der alternden Bevölkerung, wurde entwickelt, um den anstehenden Herausforderungen, die mit der Versorgung multimorbider Menschen mit funktionellen und sozialen Defiziten einhergehen, gerecht zu werden.

Um den einzelnen nationalen Entwicklungen in diesem jungen medizinischen Fachbereich einen internationalen  europäischen Fokus zu geben, wurde im August 2001 die European Union Geriatric Medicine Society (EUGMS) in Paris gegründet. Diese Organisation, als Dachverband der europäischen nationalen Fachgesellschaften für Geriatrie, vereint derzeit 27 nationale Organisationen und 7 EU Länder im Beobachterstatus. Das Ziel der EUGMS, mit ihren Hauptsitz in Brüssel, ist ein politisches, aber auch ein akademisches. Das komplette Mission Statement der EUGMS wurde im Journal of Nutrition, Health and Aging publiziert und ist dort nachzulesen (J Nutr Health Aging 2004; 8(3): 190-195). Wesentliche Hauptanliegen der EUGMS sind die Entwicklung von geriatrischen Strukturen und deren umfassende Verfügbarkeit für alte Menschen in allen Mitgliedsländern, zusätzlich die Entwicklung von evidenzbasieren den Leitlinien zu geriatrischen Themen, die fundierte Aus- und Weiterbildung, aber auch die politische Verankerung von fachspezifischen Anliegen und Bedürfnissen auf Basis der europäischen Gesetzgebung. Das unmittelbare Tagesgeschäft wird unter Leitung des Präsidenten der EUGMS, derzeit Prof. Dr. Desmond O’Neill vom Trinity College in Dublin, und dem Executive Board übernommen (siehe www.eugms.org). Die Mitglieder dieses Boards werden nach einem Bewerbungsverfahren gewählt und vom Full Board bestätigt. Dem Executive Board angeschlossen ist das Academic Board der EUGMS, dem derzeit Frau Prof.in Dr.in Stefania Maggi, Universität Padua, vorsteht. Unter Führung dieser Gruppe werden transeuropäische Forschungsprojekte durchgeführt und auch entsprechende Leitlinien erarbeitet. Bisher sind Empfehlungen zu folgenden Themen verfügbar: “Behandlung des Typ2 Diabetes in der Hochaltrigkeit“ (2004), “Synkope“ (2006), “Impfungen bei Menschen älter als 60 Jahre in Europa“ (2009), und “Lebenslanges Impfen - Auswirkungen auf eine alternde Bevölkerung“ (2009).

Das Full Board der EUGMS setzt sich aus, von den nationalen Fachgesellschaften entsandten ExpertInnen zusammen. Die Funktionsperiode der Entsandten beträgt in der Regel 4 Jahre. Das Full Board tagt zweimal im Jahr, gibt Impulse für die Arbeit in der Fachgesellschaft, und kontrolliert die Tätigkeit des Executive Boards. 

Die politischen Anliegen der EUGMS werden ebenfalls in einer eigenen Gruppe behandelt. Die Zielsetzungen sind u.a. die Einbringung von Anliegen im Bereich Geriatrie und auch Pflege in die Tagesagenda des EU Parlaments und die Hebung des Bewusstseins für die Anliegen der Spezialdisziplin „Geriatrie“ auf EU Ebene. Die EUGMS nimmt dabei eine proaktive Rolle ein, und versucht in unterschiedlichen Bereichen konkrete strategische, aber auch praxisrelevante Aktivitäten zu setzen, welche in Abstimmung mit EU relevanten politischen Entwicklungen stehen. Zur Information der nationalen Fachgesellschaften werden  Newsletter und vierteljährlich ein Update der Aktivitäten in Brüssel versandt. Zudem liefert das Executive Board regelmäßig Berichte über seine Aktivitäten und neueste Entwicklungen an die Fachgesellschaften der Mitgliedsstaaten. Diese werden auch über die neue Internetseite der DGG veröffentlicht. Nähere Informationen erhält man über das EUGMS Booklet, welches die Geschichte aber auch das “Mission Statement“ beschreibt (erhältlich über die Homepage der EUGMS www.eugms.org).

Die EUGMS wünscht dem 22. Deutschen Geriatriekongress einen guten Verlauf!

Univ. Prof. Dr. Regina Roller-Wirnsberger
Medizinische Universitätsklinik Graz, Österreich
EUGMS Executive Board Member

Univ. Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz
Lehrstuhl für Geriatrie der Universität zu Köln
Klinik f. Geriatrie am St. Marien-Hospital Köln
EUGMS Full Board Member

Knut Fleckenstein, MdEP, Bundesvorsitzender des
Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e. V. (ASB)

Knut Fleckenstein, MdEP, Bundesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e. V. (ASB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, Sie zur Eröffnung des 22. Deutschen Geriatriekongresses begrüßen zu dürfen. Bevor ich in das Europäische Parlament gewählt wurde, war ich 15 Jahre lang Geschäftsführer des Hamburger Arbeiter- Samariter-Bundes. Eines der wichtigsten Hauptbetätigungsfelder des ASB ist die Unterstützung von alten Menschen, wenn sie nicht mehr alle Dinge des Alltags eigenständig erledigen können oder wenn sie pflegebedürftig werden. Insofern haben geriatrische Mediziner und Wohlfahrtsverbände das gleiche Anliegen, nämlich dem alten, aber vor allem dem sehr alten Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Der ASB hat durch die konkreten Erfahrungen bei der Arbeit mit alten Menschen selber viele Kompetenzen erworben und gerne die Ergebnisse der Gerontologie und Geriatrie aufgegriffen. Forscher, geriatrische Mediziner und in der Altenpflege Aktive können aber nur dann den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden, wenn auch die Politik die richtigen Weichen stellt. Obwohl der demographische Wandel in Europa schon seit Jahren bekannt ist, wurden zu lange Fragen, die mit alten Menschen zu tun haben, vernachlässigt - vor allem auch deshalb, weil es hohe Kosten verursacht. Alte Menschen haben in unserer Gesellschaft keine Lobby und das gilt leider für ganz Europa – auch wenn die EU laut ihrer Charta der Grundrechte das Recht älterer Menschen auf ein würdiges und unabhängiges Leben und auf Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben anerkennen und achten soll.

Der Umgang mit dem demographischen Wandel wird in den nächsten Jahrzehnten neben dem Klimawandel und den anstehenden Ressourcenkonflikten eine der größten Herausforderungen für die europäische Bevölkerung sein – mit allen medizinischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Implikationen. Auf europäischer Ebene ist diese Erkenntnis in den letzten Jahren auch angekommen. Als ein Indiz dafür  könnte man sehen, dass das Jahr 2012 zum "Europäischen Jahr für aktives Altern" ausgerufen wurde. Die Initiative soll bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für die zunehmende Zahl älterer Menschen in Europa schaffen, ihnen helfen, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen, und ein gesundes Altern fördern. Was über diese doch eher symbolische Aktion hinausgeht, ist die Tatsache, dass die Europäische Kommission auch in ihrer Strategie "Europa 2020“ die Alterung der europäischen Gesellschaft als eine der drei wichtigsten Herausforderungen identifizierte. In diesem Zusammenhang hat die Kommission die Innovationspartnerschaft "Aktives und Gesundes Altern" initiiert. Unter diesem Programm werden Forschungsprojekte gefördert und Forschungskoordinationen übernommen.

Hier können und müssen die Gerontologie und die Geriatrie eine wichtige Rolle spielen. Als Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland kann ich Sie nur auffordern, sich an den europäischen Forschungsprogrammen zu beteiligen.

In diesem Sinne möchte ich Ihnen viel Erfolg für Ihren Kongress "Leben ist Bewegen!" wünschen und ich hoffe, dass ich Sie zu ihrem nächsten Kongress wieder in der Metropolregion Hamburg begrüßen darf.

Mit besten Wünschen
Knut Fleckenstein, MdEP

Dr. Rolf Koschorrek, MdB,
Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages

Dr. Rolf Koschorrek, MdB, Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor dem Hintergrund der bekannten demographischen Entwicklung ist das Thema der Pflege, die Frage wie wir sie gestalten, organisieren und nicht zuletzt auch finanzieren können, eines der zentralen gesellschaftlichen und politischen Aufgabenfelder. Dies betrifft Deutschland ebenso wie die anderen großen Industrienationen. Auf europäischer Ebene wurde z.B. im Januar 2011 die Initiative zur Alzheimer-Krankheit und zu anderen Demenzerkrankungen vom Europäischen Parlament verabschiedet. Die Bekämpfung der Demenz und die Versorgung der davon Betroffenen wird erneut zu einer gesundheitspolitischen Priorität der EU erklärt. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, ihre Bevölkerung über die Möglichkeiten der Prävention durch gesunde Ernährung, Bewegung, geistige Aktivität und die Behandlung bzw. Vermeidung von Risikofaktoren aufzuklären.
In dem anstehenden Pflegereformgesetz werden wir den Begriff der Pflegebedürftigkeit ausdehnen, so dass er künftig auch die an Demenz Erkrankten umfasst. Während bislang allein die körperlichen Einschränkungen maßgeblich für die Einordnung in Pflegestufen war, werden künftig kognitive und gesundheitliche Einschränkungen bei der Leistungsbemessung der Pflegeversicherung berücksichtigt. Die Verbesserungen für Demenzkranke und pflegende Angehörige haben für uns eine hohe Priorität.

Zudem muss der Grundsatz „Reha vor Pflege“ gestärkt werden. Dies kann z.B. in der Form geschehen, dass die Pflegekassen die Rehakosten übernehmen und im Gegenzug die Krankenkassen die Kosten von medizinischer Behandlung in Heimen tragen. Wir wollen auch die medizinische Versorgung in Heimen verbessern. Dies kann z.B. auf der Basis von Verträgen zur Integrierten Versorgung mit Pflegeheimen oder durch regionale Arztnetzwerke erfolgen.
Unsere finanziellen wie auch die personellen Ressourcen sind begrenzt und wir werden dies im Zuge des demographischen Wandels immer deutlicher spüren. Im gesamten Gesundheitsbereich werden wir in den kommenden Jahren und Jahrzehnten knapp eine Million Fachkräfte zu wenig haben, nach Schätzungen werden schon ab 2020 an die 56.000 Ärzte und 140.000 Fachkräfte im nicht-ärztlichen Bereich fehlen.

Es ist im Interesse der älteren Menschen, dass sie möglichst lange selbstständig und in ihrer angestammten Umgebung leben können. Wir brauchen altersgerechte Wohnungen und den Abbau bürokratischer Hemmnisse bei neuen Wohnformen im Alter. Wir müssen vermehrt die Telemedizin zum Einsatz bringen, denn sie bietet gute Möglichkeiten, einen Heimaufenthalt hinauszuzögern. Desweiteren sind technische Hilfen einzusetzen bis zu Haushalts- oder Assistenzrobotern, die z.B. Hol- und Bringdienste übernehmen, an die Medikamenteneinnahme erinnern, im Notfall Hilfe rufen oder das Pflegepersonal von schwerem körperlichen Einsatz wie z.B. das Heben der Pflegebedürftigen entlasten.

Bei realistischer Betrachtung ist es nicht zu ignorieren, dass der Pflegebereich unter einem hohen finanziellen und personellen Druck steht. Dies verschärft sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Es ist deshalb nach meiner Einschätzung im Pflege- wie im Gesundheitsbereich unumgänglich, dass der Einzelne trotz sozialer Pflege- und Krankenversicherung künftig deutlich mehr Eigenverantwortung und das heißt auch Eigenbeteiligung übernimmt.
Die Pflegeversicherung muss allen Bürgern eine verlässliche Teilabsicherung der Pflegekosten garantieren. Es ist unbestritten, dass dies durch die gegenwärtige Umlagefinanzierung alleine nicht gewährleistet ist.
Dies ist auch im christlich-liberalen Koalitionsvertrag von 2009 festgehalten, in dem es heißt: „Alle Bemühungen um eine finanzielle Absicherung des Pflegerisikos im Rahmen der Pflegeversicherung entbinden den Einzelnen aber nicht davon, seine Eigenverantwortung und Eigeninitiative zur Absicherung des Pflegerisikos und zur Gestaltung der Pflege wahrzunehmen.“

Ich freue mich, dass der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in diesem Jahr unter dem Moto „Leben ist Bewegen“ in meiner Heimatstadt Bad Bramstedt stattfindet und wünsche der Veranstaltung viel Erfolg und gute Diskussionen.

Dr. Rolf Koschorrek, MdB
Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages

Dr. Heiner Garg, stellvertretender Ministerpräsident und
Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein

Dr. Heiner Garg

Sehr geehrte Damen und Herren,

als schleswig-holsteinischer Gesundheitsminister freue ich mich sehr, dass die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V. für ihren diesjährigen Kongress Bad Bramstedt gewählt hat. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern jetzt schon ein herzliches Willkommen bei uns in Schleswig-Holstein!

Der Fachbereich Geriatrie leistet einen entscheidenden und immer wichtiger werdenden Beitrag zur medizinischen Versorgung unserer älter werdenden Bevölkerung. Obwohl wir in Schleswig-Holstein mit einer hochqualifizierten Geriatrie bundesweit überzeugen können, wollen wir noch besser werden.

Dazu dient auch der bundesweite Austausch zwischen Fachleuten und neuen Impulsen zu neuen Erkenntnissen zur Behandlung älterer und multimorbider Patientinnen und Patienten. Fachtagungen und Kongresse sind dafür ein wichtiges Forum. Neben aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen steht dabei zu Recht auch die tägliche Umsetzung in Behandlung und Pflege von geriatrischen Patientinnen und Patienten im Vordergrund.

Im stationären Bereich weist der aktuelle schleswig-holsteinische Krankenhausplan 13 geriatrische Kliniken aus – jeweils mit angeschlossenen geriatrischen Tageskliniken. Damit stehen zusammen mehr als 800 stationäre Betten für die altersmedizinische Krankenhausbehandlung bereit. Das entspricht einer Dichte von 1,6 Betten je 1000 Einwohner über 65 Jahren.
Ergänzt werden sie durch über 200 tagesklinische Plätze, also etwa 0,37 Plätze je 1000 Einwohner. Damit wurde im klinischen Bereich ein wohnortnahes und flächendeckendes Versorgungsangebot geschaffen.

Das ist nicht wenig, reicht aber nicht, um alle älteren multimorbiden Menschen gut zu versorgen. Wir haben daher die systematische Erweiterung auf den bzw. Einbindung des ambulanten Bereiches auf den Weg gebracht. Ziel ist sowohl die Sicherstellung bedarfsgerechter, qualitativ hochwertiger klinischer Versorgung als auch optimaler Ressourceneinsatz und zukünftige Finanzierbarkeit. Ich bin überzeugt, dass die Zunahme an geriatrischem Behandlungsbedarf nicht nur Zuwachs an stationären Betten bedeuten darf. Dies wäre auch mit Blick auf das Ziel, Alltagskompetenz und Selbstständigkeit älterer Menschen in möglichst hohem Maß zu sichern, zu einseitig.

Die neue Versorgungsform für die alternde Bevölkerung wurde im Rahmen eines Modellprojektes „Ambulante geriatrische Versorgung“ drei Jahre erprobt.
Dabei wird die ambulante Behandlung von geriatrischen Patientinnen und Patienten  aus den klinischen Geriatrien heraus in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten der Region geplant und koordiniert.

Es hat sich gezeigt, dass diese Kooperation verschiedener Versorgungsstufen neue qualitativ hochwertige und ganzheitliche Behandlungsstrategien erlaubt. Das neue Angebot ist alternativ, nicht additiv und trägt dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ Rechnung.

Seit April 2010 ist das Ganze mit der Landesrahmenvereinbarung zur geriatrischen Versorgung in Schleswig-Holstein in ein reguläres flächendeckendes Versorgungsmodell überführt worden. Beteiligte sind Kostenträger, Kassenärztliche Vereinigung und der Landesverband Geriatrie, der die beteiligten Krankenhäuser vertritt. Dieser Vertrag ist bisher bundesweit einmalig.

Ziel einer rechtzeitigen Einleitung der ambulanten geriatrischen Versorgung ist zum einen die Vermeidung, Verringerung oder Verzögerung von stationärer und teilstationärer Behandlung. Aber auch die Festigung des funktionalen Behandlungserfolges und die Schaffung einer lückenlosen Behandlungskette.
Übergeordnet geht es um möglichst dauerhafte Wiedergewinnung, Verbesserung bzw. Erhalt von Selbständigkeit und Alltagskompetenz. Idealerweise manifestiert in Vermeidung oder Verminderung der Abhängigkeit von Pflegepersonal.

Das medizinische Zukunftsthema Geriatrische Versorgung genießt in Schleswig-Holstein hohe Aufmerksamkeit. Das gilt auch für den 22. Deutschen Geriatriekongress. Ihm wünsche ich gutes Gelingen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen gewinnbringenden Austausch mit neuen Einsichten.

Dr. Heiner Garg
Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann,
Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, Sie im September dieses Jahres zum 22. Deutschen Geriatrie-Kongress in Bad Bramstedt willkommen heißen zu dürfen.

Es ist nach dem 114. Deutschen Ärztetag das zweite ärztliche Großereignis, das in diesem Jahr in Schleswig-Holstein stattfindet und zeigt uns, dass unser schönes Bundesland hervorragend für große Kongresse geeignet ist.

Gerade in Schleswig-Holstein stellt sich der demographische Wandel in besonderer Weise dar, weswegen sowohl von medizinischer als auch von politischer Seite schon frühzeitig der wachsende Bedarf an geriatrischer Versorgung erkannt und umgesetzt worden ist. Flächendeckend ist in den letzten Jahrzehnten und insbesondere in den letzten Jahren eine eigenständige stationäre geriatrische Versorgung aufgebaut worden, dazu gehören selbstverständlich auch teilstationäre Therapieangebote sowie als neuestes Modul auch die ambulante geriatrische rehabilitative Versorgung. Bei Letzterer ist geplant, diese nicht nur an den Geriatrischen Zentren anzubinden, sondern auch als aufsuchende mobile Versorgung den Betreffenden in seinem häuslichen Umfeld zu behandeln, was insbesondere in einem Flächenbundesland eine hohe Relevanz hat. Hier arbeiten die Ärztlichen Verbände sehr eng mit der Pflege, den Therapeuten, aber auch mit den Kostenträgern und der Landespolitik zusammen.

Vor diesem Hintergrund ist es uns eine besondere Freude, dass der diesjährige Deutsche Geriatrie-Kongress unter der Leitung von Herrn Prov. Doz.  Dr. Hofmann Schleswig-Holstein als Tagungsort ausgesucht hat. Es erwartet uns ein sehr interessantes Kongressprogramm, welches umfassend alle Bereiche der Geriatrie abbildet. Dies zeigt auch die Interdisziplinarität und die vielfältigen Aspekte dieses Schnittstellenfaches an. Besonderer Wert wird dabei auf die Gerontotechnologie, aber auch auf die hausärztliche Versorgung geriatrischer Patienten gerichtet. Ganz besonders freue ich mich, dass hier am Samstag Vormittag ein spezielles Curriculum für Hausärzte in Zusammenarbeit mit unserer Akademie angeboten wird. Dies unterstreicht einmal mehr den hohen Stellenwert der Geriatrie in der Versorgung unserer älteren Mitbürger.

Ich wünsche Ihnen eine interessante und erfolgreiche Tagung und einen angenehmen Aufenthalt in Schleswig-Holstein mit vielfältigen Begegnungen und Eindrücken.

Dr. med. Franz-Joseph Bartmann

Annegret Mißfeldt, Bürgervorsteherin Bad Bramstedt &
Hans-Jürgen Kütbach, Bürgermeister Bad Bramstedt

Annegret Mißfeldt, Bürgervorsteherin Bad BramstedtHans-Jürgen Kütbach, Bürgermeister Bad Bramstedt

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 22. Deutschen Geriatriekongresses,

im Namen der Stadt Bad Bramstedt begrüßen wir Sie herzlich und freuen uns, dass sich die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie für die mitten im Holsteiner Auenland gelegene Kur- und Rolandstadt Bad Bramstedt als Tagungsort entschieden hat. Zugleich würdigen Sie damit die positive Entwicklung, die das Klinikum Bad Bramstedt – vielen von Ihnen noch unter dem Namen Rheumaklinik ein Begriff – auf dem Gebiet der angewandten Altersheilkunde vollzogen hat. Nicht erst seitdem die Auswirkungen des demographischen Wandels für alle offenkundig geworden sind, stehen Quantität und Qualität der Gesundheitsangebote für ältere Menschen im Fokus. Dies gilt neben den neuen für die Generation der „Best Ager“ konzipierten und im Wesentlichen privat finanzierten Präventionsangeboten selbstverständlich für alle Felder von Akutmedizin und Rehabilitation. Mit Ihrem Kongress erfüllen Sie somit neben dem unverzichtbaren fachlichen Diskurs – mit Blick auf laufende politische und gesellschaftliche Debatten – eine wichtige Lobbyfunktion.

Die Traditionen unserer Stadt als Gesundheitsstandort reichen schon Jahrhunderte zurück, auch wenn wir „erst“ im vergangenen Jahr die 100-jährige Wiederkehr der Zuerkennung des Namenszusatzes „Bad“ feiern konnten. Der Heilbadstatus hat die Entwicklung von Bad Bramstedt stark geprägt, wobei es Geschick und Glück der Verantwortlichen der letzten Jahrzehnte zu verdanken ist, dass wir mit dem Klinikum Bad Bramstedt und der Schön Klinik gleich zwei weit über die Grenzen der Metropolregion Hamburg hinaus angesehene Häuser vorweisen können. So wie sich die gesetzliche Definition und die öffentliche Wahrnehmung des Kur-Begriffes über die Jahre gewandelt haben, so unterliegt auch die Nachfrage nach Angeboten großen Veränderungen. Letztlich ist es ein Gebot der Menschenwürde, dass die Institutionen des Gesundheitswesens dieser Entwicklung die richtigen Antworten entgegensetzen. Allen Bürgerinnen und Bürgern erschließt sich sofort, dass dies sehr viel mit den Lebensbedingungen in einer kleinen Stadt wie Bad Bramstedt zu tun hat. So ist es im wohl verstandenen Eigeninteresse, dem  Deutschen Geriatriekongress einen erfolgreichen Verlauf zu wünschen.

Auf gute Ergebnisse und Gespräche – gern auch bei Ihrem Besuch im Bad Bramstedter „Schloss“ (historisches Torhaus am Roland-Standbild) – freuen sich schon jetzt, Ihre

Annegret Mißfeldt Bürgervorsteherin

Hans-Jürgen Kütbach Bürgermeister

Dr. Ingrid Künzler, 1. Direktorin Deutsche Rentenversicherung Nord
(DRV Nord)

Dr. Ingrid Künzler, 1. Direktorin Deutsche Rentenversicherung Nord (DRV Nord)

Sehr verehrte Damen und Herren,

auf diesem Wege möchte ich Sie herzlich zum 22. Deutschen Geriatriekongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. vom 22. - 24. September 2011 in Bad Bramstedt willkommen heißen.

Die 1985 gegründete Gesellschaft für Geriatrie ist mit über 1600 Mitgliedern die heute größte Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Geriatrie.

Es freut mich, Sie hier in Bad Bramstedt begrüßen zu dürfen. Das Klinikum Bad Bramstedt mit seiner Kompetenzaussage –„ Leben in Bewegung“ hat sich dem Kongress-Motto „Leben ist Bewegen!“ in besonderer Weise verschrieben. Schon seit den 90er Jahren hat sich das Klinikum den individuellen Behandlungsanforderungen älterer Menschen mit Multimorbidität (Mehrfacherkrankungen) angenommen.

Vor dem Hintergrund, dass die Menschen, dank der anhaltend besseren medizinischen Versorgung, immer älter werden, möchte ich betonen, dass das Fachgebiet der Geriatrie die Medizin der Zukunft ist. Denn die Bevölkerung in Deutschland und den Industriestaaten ist schon heute älter als noch vor zwanzig Jahren. Bereits im Jahr 2060 werden laut dem Statistischen Bundesamt voraussichtlich nur noch 65 -70 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leben. Dazu kommt es zu erheblichen Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. Bereits heute sind 20 % der in Deutschland lebenden Bevölkerung 65 Jahre und älter. Und dieser Anteil wird in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich steigen. Daher ist es wichtig, sich dem Fachgebiet der Geriatrie besonders  anzunehmen. Durch die fortschrittliche medizinische Versorgung wird älteren Menschen ein immer besseres und beschwerdefreieres Leben ermöglicht.

Die Behandlung in der Altersmedizin erfordert ein optimales Zusammenspiel aller therapeutischen und medizinischen Maßnahmen; ein fachübergreifender und ganzheitlicher Behandlungsansatz ist unvermeidlich. Diese Bündelung von Kompetenzen wird im Klinikum Bad Bramstedt bereits seit den 90er Jahren erfolgreich umgesetzt. Ziel aller muss es sein, die Lebensqualität und Autonomie der älteren Menschen zu verbessern und zu erhalten. Hierzu ist eine Sensibilisierung aller altersrelevanten Medizinfelder für geriatrische Sichtweisen und Erfordernisse vonnöten, denn im Alter ist oft die Behandlung mehrerer gleichzeitig bestehender Krankheiten erforderlich, die für die betroffenen Patienten zum Teil dramatische Einschränkungen ihrer Selbstständigkeit mit sich bringen.

Vor diesem Hintergrund ist das Kongress-Motto „Leben ist Bewegen!“ die zentrale Aussage für die Behandlung des älteren Menschen. Es beinhaltet alle Themen, die die Mobilität der Patienten fördern. 

Zukunftsträchtige Behandlungsformen wie zum Beispiel eine robotergestützte Rehabilitation werden immer mehr Bedeutung erlangen. Gerade im Prozess der Wiedereingliederung in den Alltag und das gesellschaftliche Leben erlangen innovative technische Anwendungen eine wachsende Bedeutung. Sie sind in vielen Bereichen elementar, um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu erzielen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Kongress und  grüße Sie in herzlicher Verbundenheit

Ihre

Dr. Ingrid Künzler
Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Nord